Münster braucht mehr Tempo für neue Gewerbeflächen

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CDU: Viel zu geringer Vorrat gefährdet Wirtschaft und Arbeit

In Münster fehlen nach übereinstimmender Ansicht der beteiligten Akteure Gewerbeflächen. „Dieses Problem muss die Stadt lösen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber zu der Debatte, die auch immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt wird. Derzeit hält die Stadt nur noch einen geringfügigen Vorrat von 14 Hektar bereit und verfehlt das selbst gesteckte Ziel einer Mindestflächenreserve von 50 Hektar für Gewerbebetriebe deutlich. „Das ist eine Gefahr für Wirtschaft und Arbeit in Münster“, so Weber, der auf das Kramermahl des Vereins der Kaufmannschaft und jüngste Zahlen der Industrie- und Handelskammer verwies. An Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grünen-Partei) richtete die CDU die Forderung nach mehr Tempo für neue Gewerbeflächen.

Beim Kramermahl am vergangenen Freitag (27. Februar) hatte der Vereinsvorsitzende Jens Fiege in seiner Rede gesagt: „Münster braucht mehr Gewerbeflächen! Wir befinden uns in einem nachhaltigen wirtschaftlichen Strukturwandel, und auch die Stadt Münster muss sich darauf vorbereiten. Auf den bestehenden Gewerbeflächen lässt sich dieser Strukturwandel leider nicht darstellen. Was helfen uns europaweite Leuchttürme im Bereich der Batterieforschung wie die Forschungsfertigung Batteriezelle der Fraunhofer Gesellschaft oder das MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster, wenn wir im Umfeld des Batteriecampus in Amelsbüren nicht genügend Flächen haben, um neue und innovative Unternehmen anzusiedeln und wirtschaftlich von diesen Leuchttürmen profitieren zu können?“ Eine starke und wachsende Wirtschaft braucht laut Fiege den dafür notwendigen Platz. Das sei unabdingbare Voraussetzung für eine starke, wachsende und finanziell stabile Stadt Münster. Die Stadt müsse jetzt weitere Gewerbeflächen erwerben und erschließen, „damit Münster auch langfristig eine starke und gesunde Stadt bleibt.“

Gleichzeitig warnte die Industrie- und Handelskammer in Münster (IHK) vor „galoppierenden Stellenverlusten“ der Industrie. Seit 2022 sind im Münsterland mehr als 5.000 Industriejobs verloren gegangen. „Besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe – also genau jene Unternehmen, welche die wirtschaftliche Struktur Münsters prägen“, sagte CDU-Fraktionschef Weber. Ein Industriearbeitsplatz sichert nach Angaben der IHK zwei bis drei weitere Stellen in anderen Branchen. Wer industrielle Wertschöpfung verliert, gefährde regionale Wirtschaftskreisläufe komplett.

Gerade weil strukturelle Standortnachteile wie hohe Energie- und Arbeitskosten bundespolitisch nur begrenzt beeinflussbar sind, müsse Münster die kommunalen Stellschrauben konsequent nutzen mit ausreichenden Flächenangeboten, schnelleren Planungsverfahren und einem klaren Vorrang für wirtschaftliche Entwicklung. „Wenn wir zusätzlich zur allgemeinen Lage auch noch künstliche Flächenknappheit produzieren, verschärfen wir die Standortprobleme selbst“, sagte Ratsherr Mathias Kersting, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Fraktionssprecher. Münster steht als Verwaltungs- und Wissenschaftsstandort künftig auch durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz unter Druck. Umso wichtiger ist aus CDU-Sicht eine starke und breite Wirtschaftsstruktur mit produktionsnahen und technologieorientierten Unternehmen.

Die CDU-Ratsfraktion setzt sich seit Jahren für neue Gewerbe- und Industrieflächen ein und hat hierzu wiederholt Anträge eingebracht. „Für uns ist das keine Frage kurzfristiger Effekte, sondern verantwortungsvolle Zukunftsvorsorge. Mehr Flächen bedeuten mehr Entwicklungsperspektiven für heimische Betriebe, mehr Ansiedlungen, mehr Arbeitsplätze und langfristig auch höhere Gewerbesteuereinnahmen zur Finanzierung unserer sozialen, kulturellen und ökologischen Aufgaben“, heißt es aus der CDU. „Wir erwarten vom Oberbürgermeister, dass er hier endlich sichtbar Tempo macht. Münster darf nicht Zuschauer einer schleichenden Deindustrialisierung werden, sondern muss aktiv die Voraussetzungen für Wachstum, Wertschöpfung und Beschäftigung schaffen.“