CDU sieht Auf-Abruf-Angebot im Busliniennetz als neue Chance für Münster
Die CDU-Ratsfraktion sieht „ein zartes Pflänzchen der Hoffnung“ zur Wiedereinführung eines von ihr stets befürworteten, wirtschaftlich optimierten On-Demand-Verkehrs. So bewertet der Vorsitzende Stefan Weber eine aktuelle Verwaltungsvorlage. Der individualisierte Teil des öffentlichen Personennahverkehrs („Loop“) war von Grünen, SPD und Volt gegen den Willen der CDU in der vergangenen Ratspariode abgeschafft worden, obwohl durch das Angebot erhebliche Lücken im ÖPNV vor allem in den Außenstadtteilen geschlossen werden konnten. „Loop war richtig und wichtig und bleibt es auch“, so Weber, der Oberbürgermeister Tilman Fuchs und Stadtbaurat Robin Denstorff die Unterstützung der CDU zusagte. „Es ist richtig, dass der Oberbürgermeister das Thema wieder auf die Tagesordnung bringt“, so Weber, der an einen entsprechenden Antrag und den Einsatz der CDU für eine verbesserte Loop-Fortsetzung erinnerte.
„Das ist ein nicht zu unterschätzendes Signal. Münster braucht flexible und bezahlbare Lösungen für moderne Mobilität“, sagte Ratsherr Walter von Göwels. Nach Ansicht des verkehrspolitischen CDU-Sprechers ist ein individuelles Auf-Abruf-Angebot die richtige Ergänzung zum herkömmlichen Linienverkehr. Das gelte besonders für die Außenstadtteile, die nicht überall vom Liniennetz bedient werden können. On-Demand-Verkehr vervollständige das Netz als Zubringer zu regulären Buslinien, als Ergänzung in Randzeiten und dort, wo leere Großbusse weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll sind.
In der CDU wurde auch die wirtschaftspolitische Bedeutung hervorgehoben, etwa für den Hansa-Business-Park in Amelsbüren. „Gewerbeflächenpolitik ist nicht nur eine Grundstücksfrage, sondern die Beschäftigten müssen ihre Arbeitsplätze auch zuverlässig erreichen können.“ Ein reiner Ein-Stunden-Takt im Linienverkehr sei bei Schichtbetrieb, frühem Arbeitsbeginn oder spätem Feierabend nicht genug. Kritisch sieht die CDU allerdings, dass die Stadtverwaltung die Umsetzung vollständig in den künftigen Nahverkehrsplan einordnet, der erst Ende 2027 zur politischen Entscheidung ansteht. „Das darf nicht bedeuten, dass bis dahin gar nichts passiert“, sagten Weber und von Göwels.