400.000 Euro für fachlich umstrittene Baumverpflanzung?

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CDU: Fachvotum kann nicht einfach übergangen werden – Fragen an den Oberbürgermeister

Das wachsende Unverständnis in der Öffentlichkeit und die deutliche Ablehnung aus der Fachwelt gegen die 400.000 Euro teure Umpflanzung von 24 Großbäumen im Wolbecker Schulzentrum haben die Rathaus-CDU dazu veranlasst, die Haltung der Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Tilman Fuchs an der Spitze und der Grün-dominierten Rathausmehrheit zu hinterfragen. „Die Einschätzung stößt inzwischen auf energischen Widerspruch. In einer fachlichen Stellungnahme gibt es klaren Widerspruch“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber. Die Rathaus-CDU hat sich mit einer Reihe von Fragen an den Oberbürgermeister gewandt.

Weber und der Wolbecker CDU-Ratsherr Martin Peitzmeier verweisen auf die öffentliche Stellungnahme des Diplom-Agraringenieurs für Gartenbau und Fachreferenten Vinzenz Winter aus Wolbeck. Darin sei deutlich geworden, „dass biologische und botanische Fakten gegen die Maßnahme sprechen, die fünf betroffenen Platanen dauerhaft keine realistische Überlebenschance haben, bei den übrigen Gehölzen allenfalls ein Teil erfolgreich anwachsen wird und zudem notwendige Grundlagen wie Bodenanalyse, Wurzelraumbewertung und Flächenverfügbarkeit nicht hinreichend erkennbar sind.“ Zudem werde als wirtschaftlich und fachlich sinnvollere Alternative die Pflanzung großer, standortgeeigneter Ersatzbäume vorgeschlagen. Ebenso deutlich hatte Bezirksbürgermeister Peter Bensmann die Einschätzung in Münsters Südosten zum Ausdruck gebracht. Neuerdings hat die umstrittene Aktion auch in der Bezirksvertretung Südost keine Mehrheit gefunden.

Vor diesem Hintergrund hat die CDU den Oberbürgermeister um zügige Beantwortung von zwölf Fragen ersucht. So will sie will wissen, auf welche konkreten fachlichen Gutachten, Untersuchungen und Bewertungen die Stadtverwaltung ihre Auffassung stützt, dass die Verpflanzung der 24 Großbäume mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich durchgeführt werden könne, ob die erforderlichen Prüfungen erfolgt seien und wie sich die Verwaltungsspitze zu dem fachlichen Widerspruch verhält. Dazu gehört auch die Frage nach vertraglichen Haftungs-, Gewährleistungs- und Nachpflanzungsregelungen gegenüber der beauftragten Fachfirma für den Fall, dass ein relevanter Teil der Bäume innerhalb der Nachsorgezeit oder kurz danach eingeht. Zweifel äußert die CDU an der Wirtschaftlichkeit und am ökologischen Nutzen der 400.000 Euro teuren Verpflanzung und daran, ob alternativ die Pflanzung großer, bereits mehrfach verpflanzter und standortgeeigneter Qualitätsbäume mit hoher Anwuchssicherheit überhaupt geprüft worden ist.

„Wenn Fachleute erhebliche Zweifel an Überlebenschancen, fachlicher Grundlage und Wirtschaftlichkeit äußern, darf die Verwaltung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Vor einem Mitteleinsatz von 400.000 Euro muss belastbar geklärt sein, ob diese Maßnahme überhaupt sinnvoll ist“, heißt es aus der CDU-Fraktion.